Dividuality

Subjects

   of

of

Subjects

Dividuality

Economy

of Architecture

Architecture of Economy

Migration of Forms

Forms of Migration

halfway, Jänner 2019, © Wolfgang Thaler

halfway ist ein Ort der Verräumlichung akuter urbaner Phänomene; ein Raum, in dem mit Methoden künstlerischer Forschung eine Praxis des urbanen Kuratierens realisiert wird; ein Labor, in dem gesellschaftliche Zusammenhänge in Gestaltung übersetzt werden. Raumproduktion verstanden als dialogische Form des Zeigens und Ausstellens ist dabei ein entscheidender Aspekt der Forschung und Wissensproduktion.

 

In der mehrteiligen Projektreihe „Über das Verräumlichen urbaner Verhältnisse“ werden in halfway die räumlichen Auswirkungen eines kognitiven Kapitalismus untersucht, der durch immaterielle Arbeit, Deregulierung und prekäre Identitätsvorstellungen geprägt ist. Die entsprechende urbane Form ist die der projekbasierten Polis, in der sich der permanente Aufruf zur Selbstoptimierung und Performanz mit den algorithmischen Figuren der (In)Dividualisierung vermengt.

 

Dazu werden drei miteinander verzahnte urbane Phänomene erforscht, die als Fallstudien in Wien, Tokio und Vancouver mit ForschungspartnerInnen analysiert werden. Der Forschungs-Diskurs wird in kumulative, aufeinander aufbauende Verräumlichungen übersetzt. Diese fungieren dabei nicht nur als Displays, sondern als (Ver)Handlungs-Plattformen, die im Zuge der diskursiven Arbeit wiederholt rekonfiguriert werden. Mit dieser kuratorischen Methode ist eine partizipatorische Form der Wissensproduktion angelegt, die auf einer Gemengelage von verräumlichten Argumenten von verschiedenen AkteurInnen aus den Feldern Urbanismus, Kunst, Architektur, sowie auf punktuellen Interventionen von AkteurInnen aus heterogenen Wissensbereichen aufbaut.

 

Bei Interesse an einer Besichtigung freuen wir uns über Ihre Nachricht per Email an info@halfway.at oder melden Sie sich für Infos zu Veranstaltungen für den Newsletter an.

Raum und Display

On Spatializing Urban Conditions

Für halfway wurde von Christina Nägele, Heidi Pretterhofer, Christian Teckert und Linda Lackner ein räumliches Setting und Display erarbeitet, das als Forschungswerkzeug für das Projekt „Curating The Urban. On Spatializing Urban Conditions“ fungiert. Dieses künstlerisch-wissenschaftliche Forschungsprojekt läuft über einen Zeitraum von zwei Jahren und wird vom FWF (PEEK) gefördert. Es ist an das Institut für Kunst und Architektur der Akademie der Bildenden Künste Wien gekoppelt. Der Ort – halfway – dient als Bühne eines laborartigen Urbanismus, in dem drei Facetten des Diskurses um die architektonischen und urbanen Verwerfungen des kognitiven Kapitalismus und seiner immateriellen und digitalen Kultur räumlich übersetzt werden.

 

Dazu werden in Kooperation mit den Forschungspartnern Jorge Almazan (Tokio) sowie Urban Subjects (Vancouver) urbanistische Fallbeispiele, architektonische Typologien und kulturelle Symptome untersucht: Dividuality of Spaces / Spaces of Dividuality, Migration of Forms / Forms of Migration, Economy of Architecture / Architecture of Economy.

 

In den Verräumlichungen wird versucht, das Verhältnis zwischen Stadt und der Produktion des sozialen Raums als Dimension des kognitiven Kapitalismus darzustellen. Künstlerische und urbanistische Strategien werden dabei zu einer Methode des „urbanen Kuratierens“ zusammengeführt.

Raum und Display

Der Raum halfway ist gleichzeitig ein Ort des Zeigens/Repräsentierens und des Agierens/Produzierens. Das Display bildet dabei eine entscheidende Zone der Interaktion, Kommunikation und Performanz. Die Elemente im Raum sind allesamt aus vorgefundenen Parametern der Architektur übernommen und transformiert worden. Der Komplex, in dem halfway lokalisiert ist, verkörpert eine Idee von Räumlichkeit, in der genau jene gesellschaftliche Formation in den Grundzügen ihr Bild annimmt, die wir untersuchen: Die auf immaterielle Arbeit setzende Ökonomie des kognitiven Kapitalismus, an deren Beginn nicht zufällig die Themen Raster, Kybernetik, Modulation entscheidende Momente der Gestaltung waren.

 

Aus dem Raster der Deckenelemente in halfway wurde eine Reihe von „Derivaten“ entwickelt, die als Trägerfiguren für die Inhalte unserer Verräumlichungen stehen. Mit Spiegelfolie überzogene Kartonplatten, schwarz gefärbtes MDF sowie mit Farbfeldern markierte Holzkisten stellen das primäre Arbeitsmaterial im Raum halfway dar, mit dem sukzessive an räumlichen Settings gearbeitet wird. Diese wiederum sind als Kommunikationswerkzeuge zu verstehen, die als Einladung zum Diskurs und zur Vermittlung dienen.

halbgasse 3-5, 1070 Wien

Verräumlichung als Methode

"Wo sind die (...) Werkzeuge, mit denen sich die widersprüchliche und kontroverse Natur von uns angehenden Sachen repräsentieren lässt?"

-­ Bruno Latour

 

Latour weist hier auf die zunehmende Bedeutung von Gestalterinnen und Gestaltern in der zeitgenössischen Gesellschaft hin, denen die entscheidende Fähigkeit zugesprochen wird, komplexe soziale und kulturelle Zusammenhänge kartieren und visualisieren zu vermögen. Er stellt damit auch eine grundlegende Forderung an Design und speziell an die Architektur in den Raum: Dass es nämlich angesichts einer grundlegenden Krise der Repräsentation der Komplexität der Gegenwart (und ihrer krisenhaften Ökonomie) darum gehen müsste, speziell ihre Widersprüche darzustellen. Im Sinne einer anderen Form der Kritik, die sich nicht primär textbasiert, sondern als Problem der Gestaltung darstellt.

Modellhafte, metaphorische und konkrete Anordnungen im Raum sind das Medium der urbanistischen Produktion, die halfway anstrebt. Das Format der Ausstellung wird dabei als Labor und Bühne genauso wie als Ort des Zeigens gedacht, in dem sich Diskurse räumlich abbilden und damit begehbar und verhandelbar werden.

 

Historisch bezieht sich halfway in den Methoden der Verräumlichung auf Methoden der Avantgarden des frühen 20. Jhdts wie etwas das konstruktivistische Labor, dessen Verfahrensweisen in die grundlegend veränderten Bedingungen der Gegenwart transferiert werden sollen. Hier existierte (zumindest für eine begrenzte Zeit) in den russischen Kollektiven von Kulturproduzenten der 1920er Jahre ein Modell, in dem die prototypische Dialektik zwischen Kunst als Teil des Lebens (Art into Life) sowie der Idee der Autonomie des Kunstwerks aufgehoben schien. Die laboratory works der Konstruktivisten waren experimentelle "formal exercises undertaken nor for their own sake but as research for future instrumental uses".

– Peter Osborne, 2013

halfway, Jänner 2019, © Wolfgang Thaler

halfway ist ein Ort der Verräumlichung akuter urbaner Phänomene; ein Raum, in dem mit Methoden künstlerischer Forschung eine Praxis des urbanen Kuratierens realisiert wird; ein Labor, in dem gesellschaftliche Zusammenhänge in Gestaltung übersetzt werden. Raumproduktion verstanden als dialogische Form des Zeigens und Ausstellens ist dabei ein entscheidender Aspekt der Forschung und Wissensproduktion.

 

In der mehrteiligen Projektreihe „Über das Verräumlichen urbaner Verhältnisse“ werden in halfway die räumlichen Auswirkungen eines kognitiven Kapitalismus untersucht, der durch immaterielle Arbeit, Deregulierung und prekäre Identitätsvorstellungen geprägt ist. Die entsprechende urbane Form ist die der projekbasierten Polis, in der sich der permanente Aufruf zur Selbstoptimierung und Performanz mit den algorithmischen Figuren der (In)Dividualisierung vermengt.

 

Dazu werden drei miteinander verzahnte urbane Phänomene erforscht, die als Fallstudien in Wien, Tokio und Vancouver mit ForschungspartnerInnen analysiert werden. Der Forschungs-Diskurs wird in kumulative, aufeinander aufbauende Verräumlichungen übersetzt. Diese fungieren dabei nicht nur als Displays, sondern als (Ver)Handlungs-Plattformen, die im Zuge der diskursiven Arbeit wiederholt rekonfiguriert werden. Mit dieser kuratorischen Methode ist eine partizipatorische Form der Wissensproduktion angelegt, die auf einer Gemengelage von verräumlichten Argumenten von verschiedenen AkteurInnen aus den Feldern Urbanismus, Kunst, Architektur, sowie auf punktuellen Interventionen von AkteurInnen aus heterogenen Wissensbereichen aufbaut.

 

Bei Interesse an einer Besichtigung freuen wir uns über Ihre Nachricht per Email an info@halfway.at oder melden Sie sich für Infos zu Veranstaltungen für den Newsletter an.

On Spatializing Urban Conditions

 

Für halfway wurde von Linda Lackner, Christina Nägele, Heidi Pretterhofer und Christian Teckert ein räumliches Setting und Display erarbeitet, das als Forschungswerkzeug für das Projekt „Curating The Urban. On Spatializing Urban Conditions“ fungiert. Dieses künstlerisch-wissenschaftliche Forschungsprojekt läuft über einen Zeitraum von zwei Jahren und wird vom FWF (PEEK) gefördert. Es ist an das Institut für Kunst und Architektur der Akademie der Bildenden Künste Wien gekoppelt. Der Ort – halfway – dient als Bühne eines laborartigen Urbanismus, in dem drei Facetten des Diskurses um die architektonischen und urbanen Verwerfungen des kognitiven Kapitalismus und seiner immateriellen und digitalen Kultur räumlich übersetzt werden.

 

Dazu werden in Kooperation mit den Forschungspartnern Jorge Almazan (Tokio) sowie Urban Subjects (Vancouver) urbanistische Fallbeispiele, architektonische Typologien und kulturelle Symptome untersucht: Dividuality of Spaces / Spaces of Dividuality, Migration of Forms / Forms of Migration, Economy of Architecture / Architecture of Economy.

 

In den Verräumlichungen wird versucht, das Verhältnis zwischen Stadt und der Produktion des sozialen Raums als Dimension des kognitiven Kapitalismus darzustellen. Künstlerische und urbanistische Strategien werden dabei zu einer Methode des „urbanen Kuratierens“ zusammengeführt.

Raum und Display

Der Raum halfway ist gleichzeitig ein Ort des Zeigens/Repräsentierens und des Agierens/Produzierens. Das Display bildet dabei eine entscheidende Zone der Interaktion, Kommunikation und Performanz. Die Elemente im Raum sind allesamt aus vorgefundenen Parametern der Architektur übernommen und transformiert worden. Der Komplex, in dem halfway lokalisiert ist, verkörpert eine Idee von Räumlichkeit, in der genau jene gesellschaftliche Formation in den Grundzügen ihr Bild annimmt, die wir untersuchen: Die auf immaterielle Arbeit setzende Ökonomie des kognitiven Kapitalismus, an deren Beginn nicht zufällig die Themen Raster, Kybernetik, Modulation entscheidende Momente der Gestaltung waren.

 

Aus dem Raster der Deckenelemente in halfway wurde eine Reihe von „Derivaten“ entwickelt, die als Trägerfiguren für die Inhalte unserer Verräumlichungen stehen. Mit Spiegelfolie überzogene Kartonplatten, schwarz gefärbtes MDF sowie mit Farbfeldern markierte Holzkisten stellen das primäre Arbeitsmaterial im Raum halfway dar, mit dem sukzessive an räumlichen Settings gearbeitet wird. Diese wiederum sind als Kommunikationswerkzeuge zu verstehen, die als Einladung zum Diskurs und zur Vermittlung dienen.

halbgasse 3-5, 1070 Wien

Verräumlichung als Methode

"Wo sind die (...) Werkzeuge, mit denen sich die widersprüchliche und kontroverse Natur von uns angehenden Sachen repräsentieren lässt?"

-­ Bruno Latour

 

Latour weist hier auf die zunehmende Bedeutung von Gestalterinnen und Gestaltern in der zeitgenössischen Gesellschaft hin, denen die entscheidende Fähigkeit zugesprochen wird, komplexe soziale und kulturelle Zusammenhänge kartieren und visualisieren zu vermögen. Er stellt damit auch eine grundlegende Forderung an Design und speziell an die Architektur in den Raum: Dass es nämlich angesichts einer grundlegenden Krise der Repräsentation der Komplexität der Gegenwart (und ihrer krisenhaften Ökonomie) darum gehen müsste, speziell ihre Widersprüche darzustellen. Im Sinne einer anderen Form der Kritik, die sich nicht primär textbasiert, sondern als Problem der Gestaltung darstellt.

Modellhafte, metaphorische und konkrete Anordnungen im Raum sind das Medium der urbanistischen Produktion, die halfway anstrebt. Das Format der Ausstellung wird dabei als Labor und Bühne genauso wie als Ort des Zeigens gedacht, in dem sich Diskurse räumlich abbilden und damit begehbar und verhandelbar werden.

 

Historisch bezieht sich halfway in den Methoden der Verräumlichung auf Methoden der Avantgarden des frühen 20. Jhdts wie etwas das konstruktivistische Labor, dessen Verfahrensweisen in die grundlegend veränderten Bedingungen der Gegenwart transferiert werden sollen. Hier existierte (zumindest für eine begrenzte Zeit) in den russischen Kollektiven von Kulturproduzenten der 1920er Jahre ein Modell, in dem die prototypische Dialektik zwischen Kunst als Teil des Lebens (Art into Life) sowie der Idee der Autonomie des Kunstwerks aufgehoben schien. Die laboratory works der Konstruktivisten waren experimentelle "formal exercises undertaken nor for their own sake but as research for future instrumental uses".

– Peter Osborne, 2013

Dividuality

Subjects

   of

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Subjects

Dividuality

Economy

of Architecture

Architecture of Economy

Migration of Forms

Forms of Migration

halfway, Jänner 2019, © Wolfgang Thaler

halfway ist ein Ort der Verräumlichung akuter urbaner Phänomene; ein Raum, in dem mit Methoden künstlerischer Forschung eine Praxis des urbanen Kuratierens realisiert wird; ein Labor, in dem gesellschaftliche Zusammenhänge in Gestaltung übersetzt werden. Raumproduktion verstanden als dialogische Form des Zeigens und Ausstellens ist dabei ein entscheidender Aspekt der Forschung und Wissensproduktion.

 

In der mehrteiligen Projektreihe „Über das Verräumlichen urbaner Verhältnisse“ werden in halfway die räumlichen Auswirkungen eines kognitiven Kapitalismus untersucht, der durch immaterielle Arbeit, Deregulierung und prekäre Identitätsvorstellungen geprägt ist. Die entsprechende urbane Form ist die der projekbasierten Polis, in der sich der permanente Aufruf zur Selbstoptimierung und Performanz mit den algorithmischen Figuren der (In)Dividualisierung vermengt.

 

Dazu werden drei miteinander verzahnte urbane Phänomene erforscht, die als Fallstudien in Wien, Tokio und Vancouver mit ForschungspartnerInnen analysiert werden. Der Forschungs-Diskurs wird in kumulative, aufeinander aufbauende Verräumlichungen übersetzt. Diese fungieren dabei nicht nur als Displays, sondern als (Ver)Handlungs-Plattformen, die im Zuge der diskursiven Arbeit wiederholt rekonfiguriert werden. Mit dieser kuratorischen Methode ist eine partizipatorische Form der Wissensproduktion angelegt, die auf einer Gemengelage von verräumlichten Argumenten von verschiedenen AkteurInnen aus den Feldern Urbanismus, Kunst, Architektur, sowie auf punktuellen Interventionen von AkteurInnen aus heterogenen Wissensbereichen aufbaut.

 

Bei Interesse an einer Besichtigung freuen wir uns über Ihre Nachricht per Email an info@halfway.at oder melden Sie sich für Infos zu Veranstaltungen für den Newsletter an.

Raum und Display

On Spatializing Urban Conditions

 

Für halfway wurde von Linda Lackner, Christina Nägele, Heidi Pretterhofer und Christian Teckert ein räumliches Setting und Display erarbeitet, das als Forschungswerkzeug für das Projekt „Curating The Urban. On Spatializing Urban Conditions“ fungiert. Dieses künstlerisch-wissenschaftliche Forschungsprojekt läuft über einen Zeitraum von zwei Jahren und wird vom FWF (PEEK) gefördert. Es ist an das Institut für Kunst und Architektur der Akademie der Bildenden Künste Wien gekoppelt. Der Ort – halfway – dient als Bühne eines laborartigen Urbanismus, in dem drei Facetten des Diskurses um die architektonischen und urbanen Verwerfungen des kognitiven Kapitalismus und seiner immateriellen und digitalen Kultur räumlich übersetzt werden.

 

Dazu werden in Kooperation mit den Forschungspartnern Jorge Almazan (Tokio) sowie Urban Subjects (Vancouver) urbanistische Fallbeispiele, architektonische Typologien und kulturelle Symptome untersucht: Dividuality of Spaces / Spaces of Dividuality, Migration of Forms / Forms of Migration, Economy of Architecture / Architecture of Economy.

 

In den Verräumlichungen wird versucht, das Verhältnis zwischen Stadt und der Produktion des sozialen Raums als Dimension des kognitiven Kapitalismus darzustellen. Künstlerische und urbanistische Strategien werden dabei zu einer Methode des „urbanen Kuratierens“ zusammengeführt.

Raum und Display

Der Raum halfway ist gleichzeitig ein Ort des Zeigens/Repräsentierens und des Agierens/Produzierens. Das Display bildet dabei eine entscheidende Zone der Interaktion, Kommunikation und Performanz. Die Elemente im Raum sind allesamt aus vorgefundenen Parametern der Architektur übernommen und transformiert worden. Der Komplex, in dem halfway lokalisiert ist, verkörpert eine Idee von Räumlichkeit, in der genau jene gesellschaftliche Formation in den Grundzügen ihr Bild annimmt, die wir untersuchen: Die auf immaterielle Arbeit setzende Ökonomie des kognitiven Kapitalismus, an deren Beginn nicht zufällig die Themen Raster, Kybernetik, Modulation entscheidende Momente der Gestaltung waren.

 

Aus dem Raster der Deckenelemente in halfway wurde eine Reihe von „Derivaten“ entwickelt, die als Trägerfiguren für die Inhalte unserer Verräumlichungen stehen. Mit Spiegelfolie überzogene Kartonplatten, schwarz gefärbtes MDF sowie mit Farbfeldern markierte Holzkisten stellen das primäre Arbeitsmaterial im Raum halfway dar, mit dem sukzessive an räumlichen Settings gearbeitet wird. Diese wiederum sind als Kommunikationswerkzeuge zu verstehen, die als Einladung zum Diskurs und zur Vermittlung dienen.

halbgasse 3-5, 1070 Wien

Verräumlichung als Methode

"Wo sind die (...) Werkzeuge, mit denen sich die widersprüchliche und kontroverse Natur von uns angehenden Sachen repräsentieren lässt?"

-­ Bruno Latour

 

Latour weist hier auf die zunehmende Bedeutung von Gestalterinnen und Gestaltern in der zeitgenössischen Gesellschaft hin, denen die entscheidende Fähigkeit zugesprochen wird, komplexe soziale und kulturelle Zusammenhänge kartieren und visualisieren zu vermögen. Er stellt damit auch eine grundlegende Forderung an Design und speziell an die Architektur in den Raum: Dass es nämlich angesichts einer grundlegenden Krise der Repräsentation der Komplexität der Gegenwart (und ihrer krisenhaften Ökonomie) darum gehen müsste, speziell ihre Widersprüche darzustellen. Im Sinne einer anderen Form der Kritik, die sich nicht primär textbasiert, sondern als Problem der Gestaltung darstellt.

Modellhafte, metaphorische und konkrete Anordnungen im Raum sind das Medium der urbanistischen Produktion, die halfway anstrebt. Das Format der Ausstellung wird dabei als Labor und Bühne genauso wie als Ort des Zeigens gedacht, in dem sich Diskurse räumlich abbilden und damit begehbar und verhandelbar werden.

 

Historisch bezieht sich halfway in den Methoden der Verräumlichung auf Methoden der Avantgarden des frühen 20. Jhdts wie etwas das konstruktivistische Labor, dessen Verfahrensweisen in die grundlegend veränderten Bedingungen der Gegenwart transferiert werden sollen. Hier existierte (zumindest für eine begrenzte Zeit) in den russischen Kollektiven von Kulturproduzenten der 1920er Jahre ein Modell, in dem die prototypische Dialektik zwischen Kunst als Teil des Lebens (Art into Life) sowie der Idee der Autonomie des Kunstwerks aufgehoben schien. Die laboratory works der Konstruktivisten waren experimentelle "formal exercises undertaken nor for their own sake but as research for future instrumental uses".

– Peter Osborne, 2013