Dividuality

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Dividuality

Economy

of Architecture

Architecture of Economy

Migration of Forms

Forms of Migration

Dividuality of Spaces / Spaces of Dividuality beschäftigt sich entlang von urbanen Fallstudien mit heute prototypisch auftretenden Extrembeispielen von Raumangeboten, die symptomatisch für eine zunehmend dividual geprägte Form heutiger Subjektivität stehen. Dividuale Räume stellen eine überall zu beobachtende fundamentale Transformation unserer Raumbegriffe her. Der geteilte und teilbare Raum entspricht den „Prosumer“ Subjekten und ihren multiplen Rollen, die immer schon algorithmisch vorgedacht erscheinen.

more about Dividuality of Spaces / Spaces of Dividuality

Verräumlichung 1 in halfway 9.1. – 19.1.2019

Fragen und Antworten zur Dividualität

Interview guest Sarah Widmer, October 12, 2018

Interview guest Ryo Abe, July 25–26, 2018

Spatial Table (Serial Project 1,2,3,4)

more about Dividuality of Spaces / Spaces of Dividuality

 

Über ein rein technisches und organisatorisches Problem hinaus sehen wir das Zusammenspiel von materieller und immaterieller Infrastruktur und ihrer Räume als kulturell hoch aufgeladene Schnittstelle zwischen Gesellschaft und Subjekt, zwischen Vorstellungen von Privat und Öffentlich, Innen und Außen – an der sich die prekärsten Entwicklungen unserer Zeit abzeichnen. Dividuale Räume bilden die Basis für die Räume dividualer Subjekte, die seit Gilles Deleuzes einschneidendem Text über die Kontrollgesellschaften eine Art zeitgenössischer Antithese zum Individuum darstellen. Statt um unteilbare Individuen geht es hier um eine Denkform für eine Subjektivität, die sich primär im Modus des Aufteilens findet – in den unterschiedlichen Rollen, die alle performen, im täglichen Multi-Tasking, in den prekarisierten Arbeitsverhältnissen, aber eben auch in den Architekturen der dividualen Räume, wie sie Tsukamoto/Almazan beschrieben haben: Räume des Teilens, aber auch Räume der Teilung, wie sie charakteristisch sind für ein urbanes Leben, das sich zusehends an Orten außerhalb und im Zwischenraum von privat und öffentlich abspielt.

 

Diese Schnittstellen werden im ersten Kapitel von halfway konstruiert und diskutiert. Dazu wollen wir räumliche Zusammenhänge untersuchen, die jeden Raum zu einem potentiell dividualen Raum machen – Infrastrukturen, die den physischen Raum informieren, versorgen, durchkreuzen, überlagern.

 

Das dafür erarbeitete räumliche Setting ist die Infrastruktur für eine diskursive Architektur, die als Verhandlungsplattform dient um die Thesen, Argumente, Symptome, Spekulationen zu versammeln und zu verräumlichen. Damit wird ein modellhaftes semi-urbanes Ausstellungsenvironment entstehen, das als eine Art räumliche Collage bestehend aus Samples symptomatischer Orte und Räume konfiguriert ist. Damit geht aber auch die Produktion eines Displays einher, das im Gegensatz zu einem White Cube Setting eine inhaltlich bereits hochgradig aufgeladene Grundstruktur aufweist. Wir gehen davon aus, dass die von uns eingeladenen Akteurinnen und Akteure dies als Herausforderung und Einladung zum (verräumlichten) Diskurs ansehen.

Verräumlichung 1 in halfway 9.1. – 19.1.2019

halfway, Jänner 2019, © Wolfgang Thaler

Dividuality of Spaces / Spaces of Dividuality ist das erste Kapitel einer Reihe von sogenannten Verräumlichungen: Ausstellungssettings über die Relationen zwischen Subjektivität und Raum in Zeiten der Digitalisierung und des kognitiven Kapitalismus.

Gezeigt werden Ergebnisse von Recherchen, symptomatische Fallbeispiele und in Bearbeitung befindliche Fragestellungen, die dieses Projekt, das im Kontext künstlerischer Forschung positioniert ist, begleiten. Die räumlichen Anordnungen und Formate sind auch als Instrumente der Vermittlung und des Verräumlichens von Diskursen zu verstehen.

In Dialog gesetzt werden diese mit künstlerischen Arbeiten, die entweder ortsspezifisch entwickelt wurden oder als spezifische kuratorische Setzung und Ergänzung Teil der Verräumlichung werden, und in denen die Produktion zeitgenössischer Subjektivität immer auch als Problem des Räumlichen mitgedacht wird.

Das Ausstellungssetting besteht aus vom halfway-Projektteam entwickelten Displays, die sich einerseits aus dem thematischen Kontext der Dividualisierung, der Teilung und des Verteilens ableiten, sowie andererseits aus Bezugnahmen auf den halfway-Raum und dessen leicht moduliertes Deckenraster. Daraus resultieren Werkzeuge, die einen methodischen Charakter aufweisen:

 

Der Spatial Table (Serial Project 1,2,3,4) ist ein Instrument zur Vermittlung der Recherchen zu einer Reihe ausgewählter Typologien von dividualen Räumen, die in Tokio untersucht wurden. Diese werden als Drehorte eines fiktiven Films über 24 Stunden im Leben eines Protagonisten eingesetzt, dessen Alltag durch die Nutzung dieser Räume des temporären Zugangs geprägt ist. Der Spatial Table dient laufend als modellhafte Kulisse für gefilmte Gespräche, welche als Feedback in das Setting rückübertragen werden.

Im zugehörigen Archive on Display 1 sind Materialien der Recherche als Teil eines Filmscripts aufbereitet, die entlang von drei Kapiteln gegliedert sind: Algorithmic City, Evaluated Spaces, Unpublic-Unprivate.

Im Zuge der Verräumlichungen werden wiederholt Prop-Talks durchgeführt, in denen speziell gewählte räumliche Situationen im halfway-Gebäudekomplex als „Bühnen“ für Diskurse genutzt werden und mit dafür entwickelten Props (Modelle symptomatischer Objekte) bestückt werden.

Im Archive on Display 2,3,4 sind die drei Themenfelder eines Prop-Talks mit Roman Seidl und Felix Stalder entlang modellhafter Settings verknüpft und mit Audio-Dokumentation versehen: Platform Capitalism and disruptive Technologies (Konferenzraum mit Gourmet-Automat im Erholungsgeschoß); Subjektivierung und Inszenierung (Zimmer in der Hotel-Pension Alla Lenz); Smart Cities und Ubiquitous Computing (Projektraum halfway).

Zwei räumliche Settings sind als Zitate bzw. Derivate dividualer Räume konzipiert, die gleichzeitig auch Werkzeuge der Kommunikation und Referenz sind:

 

Das Spacee Derivat zitiert eine Sharing-Plattform für die temporäre Nutzung von Resträumen für berufliche Zwecke wie Meetings, Foto-Shootings, Konferenzen etc. Rollos bilden den Raum, bzw. lösen ihn auf, wenn er nicht benötigt wird. Im Zuge der Verräumlichung 1 werden die Rollos zu Leinwänden für die Videoinstallation Food only exists on pictures von Marlene Maier, die von drei Figuren erzählt, deren Identitäten und Handeln von Unschärfe und Flüchtigkeit geprägt ist.

 

Im Manga Kissa Derivat, das sich auf eine analoge Form der temporären Zugangsökonomie und Dividualisierung von Räumen bezieht, wird das digitale Projekt-Archiv angelegt. Für die Verräumlichung 1 beherbergt es das Video The Trial of Superdebthunterbot von Helen Knowles, das sich mit ethischen Problemen und Haftungsfragen hinsichtlich der zunehmenden und nicht sichtbaren Algorithmisierung unseres Lebens.

Die von halfway entwickelte Installation You can belong anywhere in einem Zimmer der sich ebenfalls im Gebäudekomplex befindenden Hotel-Pension Alla Lenz kreist um Fragen zur Inszenierung von Identitäten und Räumen in der Logik von Home-Sharing-Plattformen sowie zu deren Effekte auf städtische Räume. Die Mechanismen des Profiling und der Wunsch nach Authentizität wird in dem semi-dokumentarischen Video Selling Dreams von Bêka & Lemoine ins Extreme gedreht. Die Analyse Sharing-Ökonomie des Wohnens – Airbnb in Wien, räumliche und ökonomische Entwicklungslinien von Roman J. Seidl, Leonhard Plank und Justin Kadi zeigt die Auswirkungen von Airbnb auf den Wiener Wohnungsmarkt.

Fragen und Antworten zur Dividualität

 

Zu den drei Kapiteln werden Fragen an eine interdisziplinäre, spezifisch ausgewählte Gruppe von Akteurinnen und Akteuren versendet. Die bisher zum Thema Dividuality of Subjects / Subjects of Dividuality erhaltenen Rückmeldungen umfassen Texte, Grafiken, Videos sowie Fotos.

1

Was wäre ein Raum, den Sie benutzen, der NIEMANDEM gehört? Was würden Sie in diesem Raum MIT ... TEILEN?

2

WIE teilen Sie Ihr LEBEN? Und WER teilt Ihr Leben?

3

Welche Seiten Ihres dividualen Ichs möchten Sie den algorithmischen Zugriffen Ihrer täglichen Mediennutzung nicht mitteilen?

Eszter Steierhoffer

John Cheney-Lippold

Peter Mörtenböck & Helge Mooshammer

Ignacio Valero

Lina Morawetz

Wolfgang Thaler

Marlene Maier

Roemer van Toorn

Edwina Hörl und so/ba

Interview guest Sarah Widmer, October 12, 2018

 

Mit der Schweizer Forscherin Sarah Widmer wurden am 12. Oktober 2018 die Gespräche rund um den Spatial Table (Serial Project 1,2,3,4) fortgesetzt. Die Schwerpunkte ihrer Forschung liegen auf Fragestellungen bezüglich "location-awareness" und "Smartphone assisted mobilities" – wie sie etwa in der App "Foursquare" eingesetzt werden. Dort sind Algorithmen so programmiert, dass Nutzern mit ähnlichen Profilen auch ähnliche Orte vorgeschlagen werden, wodurch räumliche Wahrnehmungsinseln entstehen und sich bestimmte Raumangebote im urbanen Kontext an jenen Orten verstärken, die von diesen Nutzern frequentiert werden. In den Gesprächen wurde erörtert welche Form der Raumproduktion angesichts dieser von „Filterblasen“ mitproduzierten Architektur entsteht.

Sarah Widmer, halfway, Oktober 2018

Interview guest Ryo Abe, July 25–26, 2018

 

Mit dem Tokioter Architekten Ryo Abe wurden am 25. und 26. Juli 2018 Gespräche in zwei räumlichen Settings in halfway geführt: Einerseits rund um den Spatial Table (Serial Project 1,2,3,4) sowie im Derivat einer der darin repräsentierten Raumtypologien, einem japanischen „Spacee“ Raum. Die räumlichen Settings dienen dabei einerseits als modellhafte Platzhalter konkreter Orte und Räume, andererseits als Displays und Oberflächen, die in der Lage sind, Spuren der Diskurse aufzunehmen und zum Teil ihrer generischen Konstruktion von Räumlichkeit zu machen.

Spatial Table (Serial Project 1,2,3,4)

 

Der Spatial Table (Serial Project 1,2,3,4) ist eine Referenz an Sol LeWitts Serial Project No. 1 (ABCD) von 1966, in dem Aspekte von Rasterung, Serialität und Modularität im Kontext aufkommender Kybernetik-Diskurse reflektiert wurden. Auf diese Arbeit geht die Anordnung von offenen und geschlossenen Kuben zurück, die hier aus der „Schutzzone“ künstlerischer Autonomie herausgelöst und als angewandtes Forschungswerkzeug angeeignet werden. Ein auf die Größe eines Deckenraster-Elementes abgestimmtes Stadtmodell fungiert als Filmset-Modell für die Szenen eines (fiktiven, aber alltäglichen) Tagesablaufs einer beliebigen Person. In das Modell integrierte Monitore zeigen reale Schauplätze dieses fiktiven Alltags. Anhand des Filmsets werden mit eingeladenen Akteurinnen und Akteuren Gespräche über die darin repräsentierten Szenen und Einstellungen geführt. Diese Szenen nehmen das Material der Case-Study Recherchen aus Tokio auf, in denen Räume zu sehen sind, die als „Dividual Spaces“ firmieren. Der Spatial Table im halfway dient als Filmset-Modell eines Films, der sich sukzessive aus den hier aufgenommenen Gesprächen um die Einstellungen des zu Produzierenden speist.

Dividuality of Spaces / Spaces of Dividuality beschäftigt sich entlang von urbanen Fallstudien mit heute prototypisch auftretenden Extrembeispielen von Raumangeboten, die symptomatisch für eine zunehmend dividual geprägte Form heutiger Subjektivität stehen. Dividuale Räume stellen eine überall zu beobachtende fundamentale Transformation unserer Raumbegriffe her. Der geteilte und teilbare Raum entspricht den „Prosumer“ Subjekten und ihren multiplen Rollen, die immer schon algorithmisch vorgedacht erscheinen.

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Über ein rein technisches und organisatorisches Problem hinaus sehen wir das Zusammenspiel von materieller und immaterieller Infrastruktur und ihrer Räume als kulturell hoch aufgeladene Schnittstelle zwischen Gesellschaft und Subjekt, zwischen Vorstellungen von Privat und Öffentlich, Innen und Außen – an der sich die prekärsten Entwicklungen unserer Zeit abzeichnen. Dividuale Räume bilden die Basis für die Räume dividualer Subjekte, die seit Gilles Deleuzes einschneidendem Text über die Kontrollgesellschaften eine Art zeitgenössischer Antithese zum Individuum darstellen. Statt um unteilbare Individuen geht es hier um eine Denkform für eine Subjektivität, die sich primär im Modus des Aufteilens findet – in den unterschiedlichen Rollen, die alle performen, im täglichen Multi-Tasking, in den prekarisierten Arbeitsverhältnissen, aber eben auch in den Architekturen der dividualen Räume, wie sie Tsukamoto/Almazan beschrieben haben: Räume des Teilens, aber auch Räume der Teilung, wie sie charakteristisch sind für ein urbanes Leben, das sich zusehends an Orten außerhalb und im Zwischenraum von privat und öffentlich abspielt.

 

Diese Schnittstellen werden im ersten Kapitel von halfway konstruiert und diskutiert. Dazu wollen wir räumliche Zusammenhänge untersuchen, die jeden Raum zu einem potentiell dividualen Raum machen – Infrastrukturen, die den physischen Raum informieren, versorgen, durchkreuzen, überlagern.

 

Das dafür erarbeitete räumliche Setting ist die Infrastruktur für eine diskursive Architektur, die als Verhandlungsplattform dient um die Thesen, Argumente, Symptome, Spekulationen zu versammeln und zu verräumlichen. Damit wird ein modellhaftes semi-urbanes Ausstellungsenvironment entstehen, das als eine Art räumliche Collage bestehend aus Samples symptomatischer Orte und Räume konfiguriert ist. Damit geht aber auch die Produktion eines Displays einher, das im Gegensatz zu einem White Cube Setting eine inhaltlich bereits hochgradig aufgeladene Grundstruktur aufweist. Wir gehen davon aus, dass die von uns eingeladenen Akteurinnen und Akteure dies als Herausforderung und Einladung zum (verräumlichten) Diskurs ansehen.

Verräumlichung 1 in halfway 9.1. – 19.1.2019

halfway, Jänner 2019, © Wolfgang Thaler

Dividuality of Spaces / Spaces of Dividuality ist das erste Kapitel einer Reihe von sogenannten Verräumlichungen: Ausstellungssettings über die Relationen zwischen Subjektivität und Raum in Zeiten der Digitalisierung und des kognitiven Kapitalismus.

 

Gezeigt werden Ergebnisse von Recherchen, symptomatische Fallbeispiele und in Bearbeitung befindliche Fragestellungen, die dieses Projekt, das im Kontext künstlerischer Forschung positioniert ist, begleiten. Die räumlichen Anordnungen und Formate sind auch als Instrumente der Vermittlung und des Verräumlichens von Diskursen zu verstehen.

 

In Dialog gesetzt werden diese mit künstlerischen Arbeiten, die entweder ortsspezifisch entwickelt wurden oder als spezifische kuratorische Setzung und Ergänzung Teil der Verräumlichung werden, und in denen die Produktion zeitgenössischer Subjektivität immer auch als Problem des Räumlichen mitgedacht wird.

Das Ausstellungssetting besteht aus vom halfway-Projektteam entwickelten Displays, die sich einerseits aus dem thematischen Kontext der Dividualisierung, der Teilung und des Verteilens ableiten, sowie andererseits aus Bezugnahmen auf den halfway-Raum und dessen leicht moduliertes Deckenraster. Daraus resultieren Werkzeuge, die einen methodischen Charakter aufweisen:

 

Der Spatial Table (Serial Project 1,2,3,4) ist ein Instrument zur Vermittlung der Recherchen zu einer Reihe ausgewählter Typologien von dividualen Räumen, die in Tokio untersucht wurden. Diese werden als Drehorte eines fiktiven Films über 24 Stunden im Leben eines Protagonisten eingesetzt, dessen Alltag durch die Nutzung dieser Räume des temporären Zugangs geprägt ist. Der Spatial Table dient laufend als modellhafte Kulisse für gefilmte Gespräche, welche als Feedback in das Setting rückübertragen werden.

Im zugehörigen Archive on Display 1 sind Materialien der Recherche als Teil eines Filmscripts aufbereitet, die entlang von drei Kapiteln gegliedert sind: Algorithmic City, Evaluated Spaces, Unpublic-Unprivate.

Im Zuge der Verräumlichungen werden wiederholt Prop-Talks durchgeführt, in denen speziell gewählte räumliche Situationen im halfway-Gebäudekomplex als „Bühnen“ für Diskurse genutzt werden und mit dafür entwickelten Props (Modelle symptomatischer Objekte) bestückt werden.

 

Im Archive on Display 2,3,4 sind die drei Themenfelder eines Prop-Talks mit Roman Seidl und Felix Stalder entlang modellhafter Settings verknüpft und mit Audio-Dokumentation versehen: Platform Capitalism and disruptive Technologies (Konferenzraum mit Gourmet-Automat im Erholungsgeschoß); Subjektivierung und Inszenierung (Zimmer in der Hotel-Pension Alla Lenz); Smart Cities und Ubiquitous Computing (Projektraum halfway).

Zwei räumliche Settings sind als Zitate bzw. Derivate dividualer Räume konzipiert, die gleichzeitig auch Werkzeuge der Kommunikation und Referenz sind:

 

Das Spacee Derivat zitiert eine Sharing-Plattform für die temporäre Nutzung von Resträumen für berufliche Zwecke wie Meetings, Foto-Shootings, Konferenzen etc. Rollos bilden den Raum, bzw. lösen ihn auf, wenn er nicht benötigt wird. Im Zuge der Verräumlichung 1 werden die Rollos zu Leinwänden für die Videoinstallation Food only exists on pictures von Marlene Maier, die von drei Figuren erzählt, deren Identitäten und Handeln von Unschärfe und Flüchtigkeit geprägt ist.

 

Im Manga Kissa Derivat, das sich auf eine analoge Form der temporären Zugangsökonomie und Dividualisierung von Räumen bezieht, wird das digitale Projekt-Archiv angelegt. Für die Verräumlichung 1 beherbergt es das Video The Trial of Superdebthunterbot von Helen Knowles, das sich mit ethischen Problemen und Haftungsfragen hinsichtlich der zunehmenden und nicht sichtbaren Algorithmisierung unseres Lebens.

Die von halfway entwickelte Installation You can belong anywhere in einem Zimmer der sich ebenfalls im Gebäudekomplex befindenden Hotel-Pension Alla Lenz kreist um Fragen zur Inszenierung von Identitäten und Räumen in der Logik von Home-Sharing-Plattformen sowie zu deren Effekte auf städtische Räume. Die Mechanismen des Profiling und der Wunsch nach Authentizität wird in dem semi-dokumentarischen Video Selling Dreams von Bêka & Lemoine ins Extreme gedreht. Die Analyse Sharing-Ökonomie des Wohnens – Airbnb in Wien, räumliche und ökonomische Entwicklungslinien von Roman J. Seidl, Leonhard Plank und Justin Kadi zeigt die Auswirkungen von Airbnb auf den Wiener Wohnungsmarkt.

Fragen und Antworten zur Dividualität

 

Zu den drei Kapiteln werden Fragen an eine interdisziplinäre, spezifisch ausgewählte Gruppe von Akteurinnen und Akteuren versendet. Die bisher zum Thema Dividuality of Subjects / Subjects of Dividuality erhaltenen Rückmeldungen umfassen Texte, Grafiken, Videos sowie Fotos.

1

Was wäre ein Raum, den Sie benutzen, der NIEMANDEM gehört? Was würden Sie in diesem Raum MIT ... TEILEN?

2

WIE teilen Sie Ihr LEBEN? Und WER teilt Ihr Leben?

3

Welche Seiten Ihres dividualen Ichs möchten Sie den algorithmischen Zugriffen Ihrer täglichen Mediennutzung nicht mitteilen?

Interview guest Sarah Widmer, October 12, 2018

 

Mit der Schweizer Forscherin Sarah Widmer wurden am 12. Oktober 2018 die Gespräche rund um den Spatial Table (Serial Project 1,2,3,4) fortgesetzt. Die Schwerpunkte ihrer Forschung liegen auf Fragestellungen bezüglich "location-awareness" und "Smartphone assisted mobilities" – wie sie etwa in der App "Foursquare" eingesetzt werden. Dort sind Algorithmen so programmiert, dass Nutzern mit ähnlichen Profilen auch ähnliche Orte vorgeschlagen werden, wodurch räumliche Wahrnehmungsinseln entstehen und sich bestimmte Raumangebote im urbanen Kontext an jenen Orten verstärken, die von diesen Nutzern frequentiert werden. In den Gesprächen wurde erörtert welche Form der Raumproduktion angesichts dieser von „Filterblasen“ mitproduzierten Architektur entsteht.

Sarah Widmer, halfway, Oktober 2018

Interview guest Ryo Abe, July 25–26, 2018

 

Mit dem Tokioter Architekten Ryo Abe wurden am 25. und 26. Juli 2018 Gespräche in zwei räumlichen Settings in halfway geführt: Einerseits rund um den Spatial Table (Serial Project 1,2,3,4) sowie im Derivat einer der darin repräsentierten Raumtypologien, einem japanischen „Spacee“ Raum. Die räumlichen Settings dienen dabei einerseits als modellhafte Platzhalter konkreter Orte und Räume, andererseits als Displays und Oberflächen, die in der Lage sind, Spuren der Diskurse aufzunehmen und zum Teil ihrer generischen Konstruktion von Räumlichkeit zu machen.

Spatial Table (Serial Project 1,2,3,4)

 

Der Spatial Table (Serial Project 1,2,3,4) ist eine Referenz an Sol LeWitts Serial Project No. 1 (ABCD) von 1966, in dem Aspekte von Rasterung, Serialität und Modularität im Kontext aufkommender Kybernetik-Diskurse reflektiert wurden. Auf diese Arbeit geht die Anordnung von offenen und geschlossenen Kuben zurück, die hier aus der „Schutzzone“ künstlerischer Autonomie herausgelöst und als angewandtes Forschungswerkzeug angeeignet werden. Ein auf die Größe eines Deckenraster-Elementes abgestimmtes Stadtmodell fungiert als Filmset-Modell für die Szenen eines (fiktiven, aber alltäglichen) Tagesablaufs einer beliebigen Person. In das Modell integrierte Monitore zeigen reale Schauplätze dieses fiktiven Alltags. Anhand des Filmsets werden mit eingeladenen Akteurinnen und Akteuren Gespräche über die darin repräsentierten Szenen und Einstellungen geführt. Diese Szenen nehmen das Material der Case-Study Recherchen aus Tokio auf, in denen Räume zu sehen sind, die als „Dividual Spaces“ firmieren. Der Spatial Table im halfway dient als Filmset-Modell eines Films, der sich sukzessive aus den hier aufgenommenen Gesprächen um die Einstellungen des zu Produzierenden speist.

Dividuality

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Dividuality

Economy

of Architecture

Architecture of Economy

Migration of Forms

Forms of Migration

Dividuality of Spaces / Spaces of Dividuality beschäftigt sich entlang von urbanen Fallstudien mit heute prototypisch auftretenden Extrembeispielen von Raumangeboten, die symptomatisch für eine zunehmend dividual geprägte Form heutiger Subjektivität stehen. Dividuale Räume stellen eine überall zu beobachtende fundamentale Transformation unserer Raumbegriffe her. Der geteilte und teilbare Raum entspricht den „Prosumer“ Subjekten und ihren multiplen Rollen, die immer schon algorithmisch vorgedacht erscheinen.

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Verräumlichung 1 in halfway 9.1. – 19.1.2019

Interview guest Sarah Widmer, October 12, 2018

Interview guest Ryo Abe, July 25-26, 2018

Fragen und Antworten zur Dividualität

Spatial Table (Serial Project 1,2,3,4)

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Über ein rein technisches und organisatorisches Problem hinaus sehen wir das Zusammenspiel von materieller und immaterieller Infrastruktur und ihrer Räume als kulturell hoch aufgeladene Schnittstelle zwischen Gesellschaft und Subjekt, zwischen Vorstellungen von Privat und Öffentlich, Innen und Außen – an der sich die prekärsten Entwicklungen unserer Zeit abzeichnen. Dividuale Räume bilden die Basis für die Räume dividualer Subjekte, die seit Gilles Deleuzes einschneidendem Text über die Kontrollgesellschaften eine Art zeitgenössischer Antithese zum Individuum darstellen. Statt um unteilbare Individuen geht es hier um eine Denkform für eine Subjektivität, die sich primär im Modus des Aufteilens findet – in den unterschiedlichen Rollen, die alle performen, im täglichen Multi-Tasking, in den prekarisierten Arbeitsverhältnissen, aber eben auch in den Architekturen der dividualen Räume, wie sie Tsukamoto/Almazan beschrieben haben: Räume des Teilens, aber auch Räume der Teilung, wie sie charakteristisch sind für ein urbanes Leben, das sich zusehends an Orten außerhalb und im Zwischenraum von privat und öffentlich abspielt.

 

Diese Schnittstellen werden im ersten Kapitel von halfway konstruiert und diskutiert. Dazu wollen wir räumliche Zusammenhänge untersuchen, die jeden Raum zu einem potentiell dividualen Raum machen – Infrastrukturen, die den physischen Raum informieren, versorgen, durchkreuzen, überlagern.

 

Das dafür erarbeitete räumliche Setting ist die Infrastruktur für eine diskursive Architektur, die als Verhandlungsplattform dient um die Thesen, Argumente, Symptome, Spekulationen zu versammeln und zu verräumlichen. Damit wird ein modellhaftes semi-urbanes Ausstellungsenvironment entstehen, das als eine Art räumliche Collage bestehend aus Samples symptomatischer Orte und Räume konfiguriert ist. Damit geht aber auch die Produktion eines Displays einher, das im Gegensatz zu einem White Cube Setting eine inhaltlich bereits hochgradig aufgeladene Grundstruktur aufweist. Wir gehen davon aus, dass die von uns eingeladenen Akteurinnen und Akteure dies als Herausforderung und Einladung zum (verräumlichten) Diskurs ansehen.

Verräumlichung 1 in halfway 9.1. – 19.1.2019

halfway, Jänner 2019, © Wolfgang Thaler

Dividuality of Spaces / Spaces of Dividuality ist das erste Kapitel einer Reihe von sogenannten Verräumlichungen: Ausstellungssettings über die Relationen zwischen Subjektivität und Raum in Zeiten der Digitalisierung und des kognitiven Kapitalismus.

 

Gezeigt werden Ergebnisse von Recherchen, symptomatische Fallbeispiele und in Bearbeitung befindliche Fragestellungen, die dieses Projekt, das im Kontext künstlerischer Forschung positioniert ist, begleiten. Die räumlichen Anordnungen und Formate sind auch als Instrumente der Vermittlung und des Verräumlichens von Diskursen zu verstehen.

 

In Dialog gesetzt werden diese mit künstlerischen Arbeiten, die entweder ortsspezifisch entwickelt wurden oder als spezifische kuratorische Setzung und Ergänzung Teil der Verräumlichung werden, und in denen die Produktion zeitgenössischer Subjektivität immer auch als Problem des Räumlichen mitgedacht wird.

Das Ausstellungssetting besteht aus vom halfway-Projektteam entwickelten Displays, die sich einerseits aus dem thematischen Kontext der Dividualisierung, der Teilung und des Verteilens ableiten, sowie andererseits aus Bezugnahmen auf den halfway-Raum und dessen leicht moduliertes Deckenraster. Daraus resultieren Werkzeuge, die einen methodischen Charakter aufweisen:

 

Der Spatial Table (Serial Project 1,2,3,4) ist ein Instrument zur Vermittlung der Recherchen zu einer Reihe ausgewählter Typologien von dividualen Räumen, die in Tokio untersucht wurden. Diese werden als Drehorte eines fiktiven Films über 24 Stunden im Leben eines Protagonisten eingesetzt, dessen Alltag durch die Nutzung dieser Räume des temporären Zugangs geprägt ist. Der Spatial Table dient laufend als modellhafte Kulisse für gefilmte Gespräche, welche als Feedback in das Setting rückübertragen werden.

Im zugehörigen Archive on Display 1 sind Materialien der Recherche als Teil eines Filmscripts aufbereitet, die entlang von drei Kapiteln gegliedert sind: Algorithmic City, Evaluated Spaces, Unpublic-Unprivate.

Im Zuge der Verräumlichungen werden wiederholt Prop-Talks durchgeführt, in denen speziell gewählte räumliche Situationen im halfway-Gebäudekomplex als „Bühnen“ für Diskurse genutzt werden und mit dafür entwickelten Props (Modelle symptomatischer Objekte) bestückt werden.

 

Im Archive on Display 2,3,4 sind die drei Themenfelder eines Prop-Talks mit Roman Seidl und Felix Stalder entlang modellhafter Settings verknüpft und mit Audio-Dokumentation versehen: Platform Capitalism and disruptive Technologies (Konferenzraum mit Gourmet-Automat im Erholungsgeschoß); Subjektivierung und Inszenierung (Zimmer in der Hotel-Pension Alla Lenz); Smart Cities und Ubiquitous Computing (Projektraum halfway).

Zwei räumliche Settings sind als Zitate bzw. Derivate dividualer Räume konzipiert, die gleichzeitig auch Werkzeuge der Kommunikation und Referenz sind:

 

Das Spacee Derivat zitiert eine Sharing-Plattform für die temporäre Nutzung von Resträumen für berufliche Zwecke wie Meetings, Foto-Shootings, Konferenzen etc. Rollos bilden den Raum, bzw. lösen ihn auf, wenn er nicht benötigt wird. Im Zuge der Verräumlichung 1 werden die Rollos zu Leinwänden für die Videoinstallation Food only exists on pictures von Marlene Maier, die von drei Figuren erzählt, deren Identitäten und Handeln von Unschärfe und Flüchtigkeit geprägt ist.

 

Im Manga Kissa Derivat, das sich auf eine analoge Form der temporären Zugangsökonomie und Dividualisierung von Räumen bezieht, wird das digitale Projekt-Archiv angelegt. Für die Verräumlichung 1 beherbergt es das Video The Trial of Superdebthunterbot von Helen Knowles, das sich mit ethischen Problemen und Haftungsfragen hinsichtlich der zunehmenden und nicht sichtbaren Algorithmisierung unseres Lebens.

Die von halfway entwickelte Installation You can belong anywhere in einem Zimmer der sich ebenfalls im Gebäudekomplex befindenden Hotel-Pension Alla Lenz kreist um Fragen zur Inszenierung von Identitäten und Räumen in der Logik von Home-Sharing-Plattformen sowie zu deren Effekte auf städtische Räume. Die Mechanismen des Profiling und der Wunsch nach Authentizität wird in dem semi-dokumentarischen Video Selling Dreams von Bêka & Lemoine ins Extreme gedreht. Die Analyse Sharing-Ökonomie des Wohnens – Airbnb in Wien, räumliche und ökonomische Entwicklungslinien von Roman J. Seidl, Leonhard Plank und Justin Kadi zeigt die Auswirkungen von Airbnb auf den Wiener Wohnungsmarkt.

Fragen und Antworten zur Dividualität

 

Zu den drei Kapiteln werden Fragen an eine interdisziplinäre, spezifisch ausgewählte Gruppe von Akteurinnen und Akteuren versendet. Die bisher zum Thema Dividuality of Subjects / Subjects of Dividuality erhaltenen Rückmeldungen umfassen Texte, Grafiken, Videos sowie Fotos.

1

Was wäre ein Raum, den Sie benutzen, der NIEMANDEM gehört? Was würden Sie in diesem Raum MIT ... TEILEN?

2

WIE teilen Sie Ihr LEBEN? Und WER teilt Ihr Leben?

3

Welche Seiten Ihres dividualen Ichs möchten Sie den algorithmischen Zugriffen Ihrer täglichen Mediennutzung nicht mitteilen?

Eszter Steierhoffer

John Cheney-Lippold

Peter Mörtenböck & Helge Mooshammer

Ignacio Valero

Lina Morawetz

Marlene Maier

Roemer van Toorn

Wolfgang Thaler

Edwina Hörl und so/ba

Interview guest Sarah Widmer, October 12, 2018

 

Mit der Schweizer Forscherin Sarah Widmer wurden am 12. Oktober 2018 die Gespräche rund um den Spatial Table (Serial Project 1,2,3,4) fortgesetzt. Die Schwerpunkte ihrer Forschung liegen auf Fragestellungen bezüglich "location-awareness" und "Smartphone assisted mobilities" – wie sie etwa in der App "Foursquare" eingesetzt werden. Dort sind Algorithmen so programmiert, dass Nutzern mit ähnlichen Profilen auch ähnliche Orte vorgeschlagen werden, wodurch räumliche Wahrnehmungsinseln entstehen und sich bestimmte Raumangebote im urbanen Kontext an jenen Orten verstärken, die von diesen Nutzern frequentiert werden. In den Gesprächen wurde erörtert welche Form der Raumproduktion angesichts dieser von „Filterblasen“ mitproduzierten Architektur entsteht.

Sarah Widmer, halfway, Oktober 2018

Interview guest Ryo Abe, July 25–26, 2018

 

Mit dem Tokioter Architekten Ryo Abe wurden am 25. und 26. Juli 2018 Gespräche in zwei räumlichen Settings in halfway geführt: Einerseits rund um den Spatial Table (Serial Project 1,2,3,4) sowie im Derivat einer der darin repräsentierten Raumtypologien, einem japanischen „Spacee“ Raum. Die räumlichen Settings dienen dabei einerseits als modellhafte Platzhalter konkreter Orte und Räume, andererseits als Displays und Oberflächen, die in der Lage sind, Spuren der Diskurse aufzunehmen und zum Teil ihrer generischen Konstruktion von Räumlichkeit zu machen.

Spatial Table (Serial Project 1,2,3,4)

 

Der Spatial Table (Serial Project 1,2,3,4) ist eine Referenz an Sol LeWitts Serial Project No. 1 (ABCD) von 1966, in dem Aspekte von Rasterung, Serialität und Modularität im Kontext aufkommender Kybernetik-Diskurse reflektiert wurden. Auf diese Arbeit geht die Anordnung von offenen und geschlossenen Kuben zurück, die hier aus der „Schutzzone“ künstlerischer Autonomie herausgelöst und als angewandtes Forschungswerkzeug angeeignet werden. Ein auf die Größe eines Deckenraster-Elementes abgestimmtes Stadtmodell fungiert als Filmset-Modell für die Szenen eines (fiktiven, aber alltäglichen) Tagesablaufs einer beliebigen Person. In das Modell integrierte Monitore zeigen reale Schauplätze dieses fiktiven Alltags. Anhand des Filmsets werden mit eingeladenen Akteurinnen und Akteuren Gespräche über die darin repräsentierten Szenen und Einstellungen geführt. Diese Szenen nehmen das Material der Case-Study Recherchen aus Tokio auf, in denen Räume zu sehen sind, die als „Dividual Spaces“ firmieren. Der Spatial Table im halfway dient als Filmset-Modell eines Films, der sich sukzessive aus den hier aufgenommenen Gesprächen um die Einstellungen des zu Produzierenden speist.